skulpturale INSTALLATIONEN 2000 - 2001 |
| ...für Wilhelmshaven - SEB - Filiale, 2001 |
K51 - 12 ostholsteinsche Findlinge, teils gespalten und wasserstrahlgeschnitten, 200 Kilogramm Kartoffeln, Video und Sound - als Thinkstätte in einer schwedischen Bankfiliale
STEINREICH UND ACKERGOLD - 12 Findlinge und 200 Kg Kartoffeln in der schwedischen SEB Bank - Die alten und weitgereisten Findlinge sind die erratischen Findelkinder ferner Gebirge des Nordens. Solch' herrenloses Fundmaterial wurde schon immer von Menschen geordnet: zum Steinkreis, zum Großgrab oder zum Fundament des Hauses. Frank Raendchen hat sein Arbeitsmaterial eingehend beforscht: Selbst mit einem Magnetresonanztomographen hat er die feinsten Risse und unsichtbaren Spalten aufgespürt, mit denen die scheinbar so soliden Steinindividuen durchsetzt sind und in denen sich Wasser und Bakterien aufhalten - eine kleine Welt für sich. In den Findlingen liegt ein Geheimnis, das der Künstler durch Brechen und Sprengen herausholen kann. In der scheinbar aus dem Boden wachsenden Steinkappe, die auch schon in Kairo ausgestellt war, findet sich die Dreieckform einer Pyramide; hier in der Bank mag das an den US-Dollar erinnern, der ja auch das Pyramidensymbol trägt. Diese Steinindividuen sind nun eingebunden in eine neue Gruppierung, nach den Urformen der Geometrie und der Kunst: Kreis und Quadrat. Das Quadrat aus Steinen findet seine Gegenform in einem Kreis aus bekanntem, gewöhnlichen, doch in der Kunst seltenem Material: Kartoffeln. Der Erde entrissen wie die Findlinge dem Gebirge bringt der Künstler beide zusammen. In je individueller plastischer Gestalt künden Steine und Knollen im Bankhaus von den Energien der Natur, durchdringen gar eine Wand und fügen sich doch der ordnenden Formung. (Hajo Schiff, Hamburg im März 2001)
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Kunsttreppe - Hansaviertel, Hamburg (bis 9. November 2001)
| aus dem
Einführungstext (Sara Sello): ...Der Bildhauer Frank Raendchen plant ein norddeutsches Steinetreffen auf der Kunsttreppe. Je fünfzig Lübecker, Hamburger und Ostholsteiner Backsteinobjekte schreiten feierlich die rote Klinkertreppe hinauf. Raendchen hat die Backsteine kunstvoll in Scheiben zerlegt und mit Fensterglas kombiniert. Die Wirkung der kleinen Skulpturen überzeugt durch Klarheit und Leichtigkeit. Im Gegenlicht scheinen die Steine zu schweben. ...Nun lädt Raendchen zum Steinefest auf der Kunsttreppe: bearbeitete Backsteine, Granitblöcke, Findlinge und...als kleine Brüder der Findlinge, Kartoffeln, die seit Jahren als handliche Modellversuche für die Spaltung der Findlinge dienen. Raendchen lässt Kartoffeln zum Kunstobjekt werden, legt sie zu Kreisflächen oder Quadraten wie in einer nordischen Kultstätte. So können die Besucher mit dem Künstler gespannt darauf sein, wie sich in den neun Ausstellungstagen die Kartoffeln (mehrere Zentner) verfärben, schrumpfen oder womöglich keimen, bevor sie als Futter Verwertung finden. |
HUSRUM - Masnedoefort Vordingborg, Südseeland, Dänemark (bis 28. Oktober 2001)
...für Vordingborg Granit, Glas, gespalten, geschnitten und 300 Kilogramm dänische Speisekartoffeln "...Frank Raendchen hängt gebrochene Findlinge entlang einer Lichtachse und holt die Erdenergie der Kartoffel in das alte Gemäuer..."(H. Schiff in seiner Einführung) |
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aus dem Einführungstext von Hajo Schiff, Hamburg
| ALTE
MAUERN DURCHLÜFTEN In his special art of connecting people, as one of the curators Henning Christiansen has invited me, the art critic from Hamburg, to give a little speech at the opening of this exhibition, wich is interesting equally in place, artwork and theme. In thinking and talking and thinking over the theme of HUSRUM we decided, I should talk in german - to open up the HUSRUM to the south. Von Dänemark aus gesehen ist Hamburg ja nur die Nachbarstadt von Altona an der Elbe, denn das war lange Zeit Dänemarks südlicher Hafen und die zweitgrößte Stadt des Gesamtstaates. Wenn nun hier Künstler aus Norddeutschaland dabei sind, so nicht nur weil Storströmsamt und Ostholstein heute Freundschaft pflegen, es macht auch in historischen Bezügen Sinn. Kunst hält sich ohnehin nicht mehr an die Grenzziehungen der Staaten. Doch andererseits schmückt fremde Herkunft gerne die Künstlerlisten von Kunstausstellungen und bei Fördermaßnahmen und Stipendien wird peinlich genau darauf geachtet, wo die einzelnen Künstler herkommen. In Deutschland grenzen sich in dieser Hinsicht sogar die einzelnen Bundesländer von einander ab, so zum Beispiel Hamburg von Schleswig-Holstein. Was hat das alles mit HUSRUM zu tun? So wie ich das verstanden habe, geht es um dies: Um die Abgrenzung einer grundlegenden Heimat, um das Aufmauern und das Durchlüften des Heimes, um Verwurzelung und Öffnung, um den Ort, der einem ans Herz gewachsen ist und das mitgetragene Herz, das einen Ort bestimmt, wo immer man will. Das Haus, das Heim, die Heimat..., die Heimat, die so unheimlich werden kann, wenn Heimatschutz zur Ausgrenzung alles Fremden, zum Fremdenhass wird, ja zum Hass gegen Menschen, die lange Zeit gar nicht ahnten, dass sie Fremde waren: Man denke an die Auseinandersetzungen auf dem Balkan. Je globaler Kunst und Kultur werden, je regionaler scheinen manche Menschen zu reagieren: Sie ziehen sich zurück auf die Definition nur noch kleinster Kreise. Das gilt nicht für den Kunstbetrieb, aber Kunst kann vor diesem sozialen und politischem Phänomen nicht die Augen schließen. Dabei ist die Lösung für diesen Problemkreis ganz einfach und längst in alten Sinnsprüchen überliefert, gleichwohl doch immer schwerer zu erreichen: Ein Mensch sollte sein Zentrum nicht in den starren, unveränderlichen Bedingungen eines Ortes suchen, sondern in sich selbst finden. HUSRUM ist, wo das Herz ist" - ist das Motto der Ausstellung auch zu lesen. HUSRUM ist da, wo mein Herz mich immer wieder hinträgt und andere Herzen trifft. Der in sich selbst zentrierte Mensch wird sein Haus haben und er soll es lieben. Ein solches Haus, ein solches Heim wird sich auch öffnen, kann Basis sein, für den offenen Umgang mit der Welt. Doch leider ist all das zu oft gar nicht dem Wollen des einzelnen überlassen: Einmauerung oder Vertreibung, widrige politische und ökonomische Umstände pervertieren vielfach die Möglichkeit, den eigenen HUSRUM zu gewinnen (so weist Finn Thybo Andersen in seinem Militärzelt dramatisch auf moderne Sklaverei hin). Selbstverwirklichung und Öffnung: das sind die Anliegen der Künstler besonders an einem Ort, der einst eine ziemlich nutzlose Festung war. Insofern sind Umwidmungen von solchen Bauten zu Kunsträumen nicht eine Verlegenheitslösung, sondern durchaus programmatisch. Der Krak de Chevalier, die im heutigen Syrien gelegene größte Kreuzritterburg überhaupt, die perfekte frühbarocke Musterfestung Palmanova im Veneto, Fortanlagen wie die Maginotlinie, Grauerort bei Stade an der Unterelbe oder eben Masnedoefort - ja in gewissem Sinn auch die Berliner Mauer: Sie alle sind mit großer Anstrengung gebaute Panzerungen eines schon überholten Systems, die dem politischen Wandel später widerstandslos ausgeliefert waren. Die perfekte Abgrenzung führte sich selbst ad absurdum und blieb als ästhetisches Symbol für heroisches Scheitern erhalten. Über dreißig Künstler bringen nun hier im Fort raumbezogen und mehr oder weniger nah zum Thema ihre ästhetischen Produktion ein: Beispielsweise Berndt Jasper, der sich während all der Reden deutlich bemerkbar gemacht hat, bringt seinen Arbeitsraum als wanderndes Haus im Maßstab 1:2 hierher, Soolfrid Olette Mortensen dynamisiert mit ihrem weißen Fluchtpunktraum das Architekturverständnis, Inge Mahn verwebt in bäuerlicher Anstrengung die Pflanzen des Außenraumes, Heine Skjerning dekonstruiert Formen und addiert Farben in den Raum und Frank Raendchen hängt gebrochene Findlinge entlang einer Lichtachse und holt die Erdenergie der Kartoffel in das alte Gemäuer. Wasser und Sound, Licht und Fett verändern Räume, formale und politische Zusammenhänge werden variiert und reale, mögliche und fiktive Erinnerungen und Lebensgeschichten werden angestoßen. Alt shal vaek" = Alles muss raus! Steht in großen Lettern wie eine deplazierte Werbung für einen Ausverkauf noch vor dem Eingang. Und wenn man nicht so gut dänisch kann, könnte man auch lesen: „Das Alte soll weg". Und das passt doch auch: Der alte Geist dieses Ortes wird ausgetrieben: Die Kunst kommt und lüftet Räume und Vorstellungen zum Nutzen der Besucher. |
| VÆRK - Kulturfabrik Knapstrup, Seeland, Dänemark, 2001 |
Henning Christiansen und Frank Raendchen - DUODEO - dänische und ostholsteiner Findlinge, teils gespalten, 800 kg Kartoffeln, Video, Sound, Wandobjekte |
online-Katalog als *.pdf-Datei unter |
Dose open - Alte Dosenfabrik, Hamburg (18. November 2001)
| offene ateliers: | 150 Backsteine, 4 Findlinge, Glas |
variable Installationsausdehnung |
K54 - 4 Findlinge, teils gespalten und 100 Kilo Kartoffeln, B 600 cm x H ca. 50 cm x T 80 cm, Wasserturm Eutin 2001
(der kleine Grüne im Kreissegment ist eine Referenz an die `97er Arbeit von Henning Christiansen an dieser Stelle - siehe unten im Archiv)
| Hulrum - Masnedøfortet, Vordingborg, Seeland - Dänemark , 2000 |
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BisseeProjekt - Skulptur und Landschaft , 2000
Projekt für Bissee 19 Findlinge, teilweise gespalten und 20 Tonnen Feldsteine 2200 x 1900 x 70 cm Installation an der "Galerie und Landschaft e.V." und am Ortsrand von Bissee, Schleswig-Holstein |
Zwischen Wasser - Projekt für Plön, Kunstverein Schloss Plön, 2000 |
| mehrteilige
Installation im Kunstverein Plön 12 Findlinge, teils gespalten und wasserstrahlgeschnitten, 360 Kilogramm Kartoffeln, (Sound und Texte von Henning Christiansen) |
cobbles
for cairo ![]() |
Invisible Images 5 Findlinge, geschnitten und gespalten sowie 3 "Singende Flammen" in den Räumen des National Center of Art - Akhnaton Galleries, Kairo, 2000 (gemeinsam mit Andreas Oldörp) |
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Transfiguration 12 Findlinge und 350 kg Kartoffeln, 300 x 300 x 50 cm Kulturbrauerei Berlin (Galerie im Pferdestall), 2000 |
oder